Braucht ein mittelständischer Maschinenbauer Social Media? Und was nützt dem Lampenfachhandel in deinem Ort eine Facebook-Seite oder gar ein Youtube-Kanal? Berechtigte Frage.
Aktuell nutzen nur ca. 20 Prozent aller KMUs Social Media. Bei rund 66 Mio. aktiven Usern in Deutschland, muss ich klar sagen: Soziale Medien gar nicht zu nutzen, ist verschenktes Potenzial. Deswegen räumen wir heute mal mit einigen Vorurteilen auf.
Vorurteil 1: „Das ist doch nur was für junge Leute”
Aktuell nutzen rund 67,8 Mio. Deutsche täglich Social Media Plattformen. Heißt: über 80 Prozent der Deutschen sind mindestens auf einer Plattform angemeldet – und zwar unabhängig vom Alter. Die wichtigsten Apps sind WhatsApp, YouTube, Facebook, Instagram, Tiktok, Pinterest, Snapchat und LinkedIn.
Klar, die jüngere Zielgruppe ist am stärksten vertreten. Aber die sind auch damit groß geworden. Die unter 30-jährigen nutzen vor allem Instagram, TikTok und Snapchat – bei der Ü45 Generation ist aktuell Facebook noch hoch im Kurs. Aber: Seit 2022 liegt Instagram weltweit erstmals vor Facebook. Dieser Trend wird auch für Deutschland prognostiziert.
Vorurteil 2: “Nach uns sucht da keiner, das ist nur was für hippe Start-ups“
Nach dir sucht dort keiner? Falsch gedacht. Social Media entwickelt sich immer mehr zur Suchmaschine. Laut einer aktuellen Studie sind soziale Netzwerke, nach der klassischen Suchmaschine und Preisvergleich-Seiten, auf Platz 3 bei der Online-Markenrecherche. Social Media-Plattformen sind ein Sprachrohr, um dein Unternehmen zu zeigen und einfach mit deinen potenziellen Kunden in Kontakt zu treten – egal mit welchem Produkt, welcher Unternehmensart und egal welchen Alters. Wer nicht drin ist, kann auch nicht gefunden werden – so einfach ist das.
Vorurteil 3: „Mit den Budgets der Großen können wir eh nicht mithalten, das bringt doch dann nix“
Ja – gut möglich, dass du nicht mit den perfekt ausgearbeiteten und kostspieligen Kampagnen von McDonalds, Nike oder Adidas mithalten kannst. Aber ist das denn relevant für dich? Also sind das deine direkten Konkurrenten? Wahrscheinlich nicht. Dass dein Budget als Mittelständler auch kleiner ausfällt als bei einem Markenhersteller ist klar.
Aber hier schlägt Grips Größe, da punktet Social Media. Denn es zählt nicht, wie viel Geld du für Postings ausgeben kannst, sondern wie gut dein Content ist. Social Media lebt von knackigen, authentischen Inhalten. Und wenn dein Bild oder Video gefällt, belohnen das die jeweiligen Plattformen – und spielen deine Inhalte an noch mehr Leute aus.
Und auch für Werbeanzeigen musst du nicht gleich dein Sparschwein plündern. Hier kannst du auch mit kleinen Budgets starten, zum Beispiel mit 15 Euro pro Tag. Das Wichtigste ist, dass du deine Zielgruppe genau definierst. Die unterschiedlichen Apps bieten dir hier super viele Möglichkeiten für Targetings nach zum Beispiel Alter, Geschlecht, Region oder auch nach den Interessen der User. Wenn dein Geld also nur für die „Richtigen“ ausgegeben wird, dann reichen auch schon kleine Beträge.
Vorurteil 4: „Das ist doch super undurchsichtig. Da kann man bestimmt schnell abgezockt werden“
Keine Sorge! Fast alle Apps bieten sogenannte Tageslimits, Kampagnen-Limits und Maximalgebote, z.B. pro Klick oder Einblendungen deiner Werbekampagnen, an. Hier gibst du einfach dein Maximalgebot oder Limit ein. Das kannst du übrigens auch während der Laufzeit jederzeit ändern. Und die Plattformen bieten hilfreiche Supportservices an, falls du doch mal Probleme haben solltest.
Vorurteil 5: „Social Media: Haben wir schon versucht, hat nichts gebracht“
Du hast bereits drei Postings auf Instagram gemacht und damit immer noch keinen viralen Hit gelandet? Willkommen in der Realität. Für Social Media braucht es Ausdauer. Kontinuierliches Engagement ist essentiell, nicht nur um eine Reichweite aufzubauen – sondern auch, um sie nicht wieder zu verlieren. Deine Follower müssen bei Lauen gehalten werden. 2024 gewinnt vor allem der, der authentisch ist.
Ob du dein Unternehmen positionieren willst, Imagepflege betreiben möchtest, Personal suchst, Kundenanfragen generieren willst oder direkt über Social Media verkaufen möchtest – die Möglichkeiten sind genauso vielfältig wie die Plattformen selbst. Ausprobieren ist hier die Devise.
Und um nicht den Überblick über deine Postings zu verlieren, kann dir ein Redaktionsplan helfen. Dafür gibt’s natürlich Tools – oder du erstellst dir für den Start einfach eine Übersicht in Excel.

Vorurteil 6: „Da gibt’s doch so viele Plattformen – ich weiß gar nicht, welche die richtige für uns ist“
Eins vorweg: Du musst nicht auf jeder Plattform aktiv sein. Das Wichtigste: Definiere vorher deine Zielgruppe, die du erreichen möchtest, und benutze dann auch genau die Plattformen, die auch deine Zielgruppe nutzt. Ich nehm mir mal kurz drei Beispiele raus.
Aktuell voll im Trend, vor allem in der Zielgruppe 14 bis 29 Jahre, sind auf jeden Fall Instagram und TikTok. Charakteristisch für beide Plattformen ist die starke visuelle Wirkung. Beide bieten überdurchschnittlich hohe Engagement-Raten, Chancen auf Viralität und leben von innovativen Formaten. Schwächen haben die jungen Medien allerdings noch bei traditionellen Werbebotschaften und in bestimmten Branchen.
Für B2B-Unternehmen sind Xing und LinkedIn relevant. Im professionellen Business-Umfeld können super leicht neue Kontakte geknüpft werden. LinkedIn bietet zudem coole Features für Videos und interaktive Carousel-Posts.
Einer der „Newcomer“-Plattformen für Marketing ist WhatsApp. Was es so spannend macht? Reichweite, Reichweite, Reichweite – denn WhatsApp ist so gut wie auf jedem Smartphone zu finden. Aktuell bietet WhatsApp für Unternehmen die sogenannten „Promotional Messages” an – also eine Art Newsletter Funktion. Hier kannst du deine User z. B. über Rabattaktionen informieren. Auch Channels sind eine neue Funktion für Unternehmen, um mit Usern relevante Infos zu teilen. Nutzer können den WhatsApp-Gruppen beitreten oder den Kanal abonnieren und bekommen so alle Infos als direkte Nachricht in ihrem Chatverlauf zu sehen.
Vorurteil 7: „Dafür haben wir keine Zeit und keine Leute”
Auch dafür gibt es jetzt eine Lösung: Künstliche Intelligenz. Und nein, du musst nicht Informatik studiert haben, um KI nutzen zu können. 2024 gibt es einige Tools, die bei der Verwaltung sozialer Medien, Erstellung von Inhalten, der Analyse oder dem Managen von Werbeanzeigen helfen. KI kann viele der zeitaufwändigen und eintönigen Social Media-Aufgaben übernehmen.
Fazit
Mein Fazit: Es gibt eigentlich keine Ausreden mehr, warum du Social Media nicht für dich nutzen solltest. Wenn du noch Fragen hast, dann schreib es gerne in die Kommentare oder melde dich auch jederzeit bei uns – wir unterstützen dich gerne.
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Es gibt übrigens sogar ein Video zum Thema auf unserem YouTube-Kanal. Schau gerne vorbei und werde direkt zum Werbe-Profi!