Solche Stellenausschreibungen kennst du. Auf sowas haben sich die meisten von uns sicher schon mal beworben.

In diesem Beitrag schauen wir uns genau das Gegenteil an. Wir zeigen euch sechs kreative Recruiting– Kampagnen, mit denen Firmen neue Leute gesucht haben.

Meistens veröffentlichen Arbeitgeber Stellengesuche, auf die sich dann potentielle Arbeitnehmer bewerben. Der Spieleentwickler Red 5 Studios ging einen anderen Weg. Die Personalabteilung hat über Social Media konkret 100 Personen herausgesucht, die sie gerne kennenlernen wollten. Anschließend bekam jede der Ausgesuchten einen IPod zugeschickt, auf dem eine Sprachnachricht von CEO Mark Kern zu hören war. Jede Sprachnachricht war individualisiert, nahm konkret Bezug auf die Interessen und den Lebenslauf der “Bewerber:innen” und lud sie letztendlich zu einem Bewerbungsgespräch ein. Das Resultat: 90 der 100 Personen haben dem Bewerbungsgespräch zugestimmt.

Die Brick Factor Competition ist ein tolles Beispiel für einen Wettbewerb, um nach neuen Mitarbeitenden zu suchen. LEGO hat einen neuen Markenbotschafter gesucht, die neue Designs entwerfen und Kindern die Welt von LEGO erklären soll. Die potenziellen Kandidatinnen und Kandidaten mussten in einem Bauwettbewerb inklusive Publikum gegeneinander antreten. Es ging nicht nur um die Kreation, sondern auch um den Umgang mit den Kindern im Publikum. Damit hat LEGO nicht nur die richtigen Angestellten gefunden, sondern sich gleichfalls Arbeitgeber vor Ort bekannt gemacht.

Google hat den Ruf, nur die Besten einzustellen. Daher hat sich das Unternehmen eine Strategie einfallen lassen, um sicherzustellen, dass sich tatsächlich nur die Crème de la Crème der Bewerberschaft meldet. Eines Tages tauchte im Silicon Valley dieses Plakat auf.

Quelle: https://www.awaragroup.com

Kein Firmenlogo, kein Hinweis auf das Ziel der Kampagne. Einfach nur ein mathematisches Rätsel. Nur selten erregt ein einfaches Plakat so viel Aufmerksamkeit. Das Ganze ging im Internet durch sämtliche Foren und das noch bevor der Absender überhaupt bekannt war. Die Lösung leitet auf die Website www.7427466391.com (Seite nicht mehr verfügbar). Jeder, der über die Lösung auf diese Seite kam, erhielt eine Glückwunsch-Nachricht und ein weiteres Rätsel. 

Die Plakatwand war eine ansprechende Möglichkeit, einige der klügsten Köpfe und begabtesten Problemlöser zu Google zu locken. Und außerdem war die Aktion in aller Munde. Übrigens – hier zeigt sich, wie kreativ man Außenwerbung einsetzen kann!

It’s a match. Den Spruch hat die Fluggesellschaft Eurowings sehr wörtlich genommen. In einer viralen Recruiting Kampagne hat Eurowings Stellengesuche auf Tinder gestellt. Jede offene Stelle hatte ein eigenes Profil. Wer an einer Stelle interessiert war, musste nur nach rechts swipen. Die Kampagne wurde international bekannt und war ein voller Erfolg.

Recruiting Werbung muss nicht immer öffentlich sein und nicht jede gute Kampagne geht viral. Manchmal funktioniert auch genau das Gegenteil. Volkswagen hat in den Niederlanden neue Mechanikerinnen und Mitarbeiter gesucht. Der Ansatz: Wir müssen die Besten kriegen. Und die erreichen wir dort, wo sie sich am ehesten aufhalten.

Quelle: https://www.awaragroup.com

Sie machten absichtlich Autos kaputt und brachten sie zu Werkstätten im ganzen Land. Der Trick dabei? In jedem Fahrzeug war eine Stellenanzeige im Unterboden versteckt, so dass nur der Mechaniker bzw. die Mechanikerin, die daran arbeitete, sie sehen konnte. Das Ergebnis: VW bekam viele qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber.

In Frankreich setzte Volkswagen eine ähnliche Kampagne um: Landesweit ließ es VW-Modelle in Werkstätten der Konkurrenz reparieren.

Guerilla Marketing umfasst besonders ausgefallene Maßnahmen, die den Überraschungseffekt nutzen. Das Prinzip funktioniert definitiv auch beim Recruiting. Eine sehr erfolgreiche Kampagne hat die Werbeagentur Jung von Matt in die Welt gesetzt. Kennt ihr den typischen Beispieltext: Lorem ipsum Dolor sit…?

Jung von Matt war auf der Suche nach Art Directors und hat eine Woche lang auf Lipsum – das ist eine Webseite um Demo-Texte zu generieren – den Beispieltext etwas verändert. Statt dem üblichen Text generierte die Seite eine Stellenanzeige von Jung von Matt. Da der Text zuerst nur zwischengespeichert wird und erst beim Einfügen in die Designs erscheint, war die Verwunderung natürlich groß.

Quelle: https://blog.recrutainment.de

Über 22.000 mal wurde der Text kopiert und über 14.000 Nutzer:innen sind dem Link zu Jung von Matt gefolgt. Nebenbei war die Aufmerksamkeit bei Social Media natürlich riesig.

Wenn ihr noch weitere kreative Recruiting-Kampagnen kennt, schreibt sie in die Kommentare.

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