Google hat kürzlich mit der Einführung von „Übersicht mit KI“ die Spielregeln der Suchmaschinenwelt neu definiert. Was zunächst als technologische Innovation erscheint, hat massive Auswirkungen auf die Sichtbarkeit von Websites. Die von der Agentur Wordsmattr.io durchgeführte Analyse zeigt, dass deutschsprachige Websites seit dem Rollout der KI-Antworten durchschnittlich 17,8 Prozent weniger Klicks verzeichnen.
Die klassischen zehn blauen Links, die über Jahre die Suchmaschinenergebnisse dominierten, weichen zunehmend den KI-generierten Antworten von Googles Sprachmodell Gemini. Für die Nutzer ein Komfortgewinn – für Website-Betreiber jedoch ein Risiko, denn Sichtbarkeit garantiert längst keine Klicks mehr.
Gewinner und Verlierer des KI-Updates
Doch nicht alle verlieren. Unsere Umfrage aus dem April 2025 mit 150 kleinen und mittleren Unternehmen zeigt ein differenziertes Bild: 49 Prozent der Befragten gaben an, keine Veränderungen im SEO-Traffic festzustellen. 16 Prozent konnten ihren Traffic sogar steigern. Die Strategie? Eine gezielte Anpassung an die neue Suchwelt. Strukturierte Daten, prägnante Antworten und thematische Tiefe sind entscheidend, um in der KI-gesteuerten Suche relevant zu bleiben.
Mehr als nur Google: KI-Alternativen auf dem Vormarsch
Nicht nur Google setzt auf KI. Plattformen wie ChatGPT, Perplexity und You.com bieten eine dialogische und kontextbezogene Suche, die klassische Suchintentionen zunehmend verdrängt. Eine aktuelle Semrush-Studie zeigt: Die Zahl der Domains, die von ChatGPT angesteuert wurden, hat sich zwischen Juli und November 2024 verdreifacht. Der Trend ist eindeutig – und er wird sich nicht umkehren.
Handlungsempfehlungen für Unternehmen
Für Unternehmen, die in dieser neuen Suchwelt bestehen wollen, sind strategische Anpassungen unverzichtbar:
Paid Search gezielter einsetzen
Wenn organische Rankings an Sichtbarkeit verlieren, müssen Unternehmen ihre Anzeigenstrategie neu justieren. Wo lohnt sich SEO noch? Wo machen bezahlte Kampagnen Sinn?
Nischen-SEO stärken
Generische Inhalte geraten ins Hintertreffen. Spezialisierte Landingpages, die klar auf bestimmte Suchintentionen ausgerichtet sind, haben bessere Chancen.
Markenpräsenz ausbauen
KI-Modelle bevorzugen vertrauenswürdige Quellen. Wer als Marke präsent ist, wird häufiger zitiert.
Alternative Kanäle aufbauen
Ob LinkedIn, Newsletter oder Podcast – eine eigene Reichweite mindert die Abhängigkeit von Google.
Conversion-Fokus schärfen
Weniger Klicks müssen mehr bewirken. Conversionoptimierung und klares Tracking sind wichtiger denn je.
Fazit: Gefahr oder Chance?
Googles „Übersicht mit KI“ verändert die Suchwelt radikal – doch darin liegt auch eine Chance. Wer sich strategisch anpasst, gezielt optimiert und alternative Touchpoints schafft, kann nicht nur bestehen, sondern sogar profitieren. Denn in einer KI-dominierten Suchwelt ist Sichtbarkeit mehr als nur eine Platzierung unter den ersten zehn Links. Es ist die Kunst, die richtigen Antworten an den richtigen Stellen zu geben.
